Klirrarmer Sinus Generator (1)

Der erste Schritt zu einem sinnvollen Messsystem für die Analyse von Nichtlinearitäten von Audio Komponenten ist ein hochlinearer Sinus-Generator. Es reicht dabei aus meiner Sicht völlig aus, wenn dieser wenige diskrete Frequenzen erzeugen kann. Bei 2 Generatoren reicht das dann auch für SMPTE und CCIF Messungen.

Bei meiner Internetrecherche bin ich schnell auf einen Artikel von Robert Cordell aus dem Jahre 1981 gestoßen. Hier beschreibt er einen Sinus Generator und eine Sperrfilterschaltung, die ich für sehr vielversprechend für meinen ersten Versuch halte. Das Ganze habe ich mit heute erhältlichen, modernen Bauteilen umgesetzt. Und siehe da, bei 1kHz und 0,7Veff Ausgangsspannung ergibt sich eine Verzerrung (THD) von < -120dBV, also <0.0001%. Die messbare Verzerrung steckt vollständig in der 3. Oberwelle (was vermutlich auf die Amplitudenregelung mit dem JFET deutet).

Dies ist meine aktuelle Messgrenze und ein (großer) Teil der Verzerrung wird vermutlich auch im Messempfänger entstehen. Hier wird man mit kontinuierlicher Verbesserung aller Komponeneten noch einiges erreichen können.

LowDistGen1

 Abb. Schaltplan

 Die Schaltung selber arbeitet mit einen state variable filter (OP1,OP2). Der Rest ist die Amplitudenregelung mit dem Gleichrichter (Q1,Q3) und den Filtern (U4), die den Regelkreis stabil halten. Der spannungsgesteuerte Widerstand wird mit einen JFET (Q4) realisiert.

 

DSC00642

 Abb. Ein erster Testaufbau mit selbstgemachter, doppelseitiger Leiterplatte. In einer neueren Version hab ich dann die beiden uA741 durch einen TL072 (wie im Schaltplan) ersetzt.

 FFT 1

Abb. FFT der Verzerrungsprodukte. Bei 1kHz sitzt die unterdrückte Grundwelle. K3 ist bei -43dBV, wobei der Messempfänger 80dB Verstärkung hat. Also K3 bei real -123dBV!!

 

 

 

Klirrarmer Sinus Generator (2)

Die 2. Generation hat ein paar Verbesserungen bekommen.

1. 3(4) Frequenzen sind über Relais schaltbar.

2. Dem Ausgangssignal kann ein Referenzsignal von -80dB überlagert werden (schaltbar).

3. Die Versorgungsspannung kann über Relais geschaltet werden.

4. Die Ausgangsamplitude ist per Referenzdiode fest auf 1Veff eingestellt.

 

LowDistGen2

 

 DSC01865  DSC01866

 Abb. auf einer Leiterplatte sind je 2 Sinus Generatoren mit je 3 Frequenzen. Damit kann man schon viele Messungen durchführen.

 

 Leiterplatte Gerberfiles  .ZIP  LowDistGen2-V202.zip
 BOM  .CSV  LowDistGen2_BOM_7.csv
 Placement Plan Front  .pdf  LowDistGen2-F_Placement.pdf
 Placement Plan Back  .pdf  LowDistGen2-B_Placement.pdf

 

Beispiele für die Frequenzberechnung. Die Werte für die Widerstände müssen natürlich an die realen Kapazitätswerte von C11/C13 angepasst werden.Mit 3 Generatoren und den angegebenen Frequenzen kann man fast alle üblichen Verzerrungsmessungen durchführen. Für die Messung von Intermodulationsverzerrungen müssen je 2 Frequenzen über einen passiven Spannungsteiler im richtigen Verhältnis gemischt werden. 

 

Frequenz C11/C13 RG     C16
200 4,70E-08 16931 R7+R8 / R22+R23 16931 2u2
500 4,70E-08 6773 R9+R10 / R24+R25 6773
1000 4,70E-08 3386 R16+R17 / R31+R32 6773
           
2000 4,70E-09 16931 R7+R8 / R22+R23 16931 470n
5000 4,70E-09 6773 R9+R10 / R24+R25 6773
17000 4,70E-09 1992 R16+R17 / R31+R32 2822
           
7000 2,20E-09 10335 R7+R8 / R22+R23 10335 470n
10000 2,20E-09 7234 R9+R10 / R24+R25 7234
18000 2,20E-09 4019 R16+R17 / R31+R32 9043